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Ausschreibung der Bauarbeiten zu Naturschutzprojekt

Kranenburg/Emmerich-Hüthum: Bereits im vorigen Jahr begannen die ersten Arbeiten an der neuen Rhein-Nebenrinne bei Emmerich. Der Verlauf der neuen Nebenrinne wurde von Gehölzen freigestellt und der erste Baum des neuen Auenwaldes wurde auf der feierlichen Auftaktveranstaltung im September gepflanzt.

Aktuell läuft die Ausschreibung der Bauarbeiten zur Anlage der Nebenrinne und das Anpflanzen des Auwalds. Zur Anlage der Nebenrinne müssen größere Mengen an Boden ausgehoben werden. Teilweise kann dieser Aushub an anderer Stelle im Gebiet wiederverwendet werden. Ein Teil des Aushubs muss jedoch aufgrund einer hohen Schadstoffbelastung auf Deponien verbracht werden. Diese Schadstoffe (u.a. Cadmium, Quecksilber, Cyanide) stammen aus der Zeit der massiven Verschmutzung des Rheins Mitte des letzten Jahrhunderts und haben sich in den Rheinsedimenten abgelagert. Um zu verhindern, dass diese Schadstoffe im Zuge der Bauarbeiten wieder in den Rhein gelangen, müssen die belasteten Erdmassen fachgerecht deponiert werden.

Der neue Auenwald wird nicht komplett neu angepflanzt. An mehreren Stellen im Projektgebeit werden sogenannte Initialpflanzungen stattfinden. Dies bedeutet, dass statt einer flächendeckenden Pflanzung nur Baum- bzw. Strauchgruppen gepflanzt werden. Die Lücken zwischen diesen Pflanzungne wird die Natur im Lauf der Zeit selbst ausfüllen, so dass ein Auenwald mit verschiedenen Altersstadien entsteht.

Die Ausschreibung der Bauarbeiten läuft noch bis Anfang Juni, dann werden die Arbeiten vergeben. Anschließend sollen die Arbeiten schnell beginnen und zügig voranschreiten, da nur bei passenden Wasserstaänden in der Emmericher Ward gearbeitet werden kann. Klaus Markgraf-Maué, Projektleiter bei der NABU-Naturschutzstation Niederrhein, schätzt, dass die Arbeiten etwa zwei bis drei Jahre dauern werden: "Wenn ohne Unterbrechungen gearbeitet werden könnte, wäre der Seitenarm relativ schnell fertig. Aber, in der Brutzeit der Vögel im Frühjahr und in der hochwassergefährdeten Zeit im Winter kann nicht gebaut werden, und in der übrigen Zeit müssen die Wasserstände passen, also entsprechend niedrig sein."

 

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